Immobilienagentur „Lifestyle Properties“

Lifestyle Properties ist eine kleine Immobilienagentur im Zentrum Wiens. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in dem berühmten Palais Equitable. Phantasievolle, mit Adlerstatuen aus Bronze verzierte Fassaden, üppige Innenausstattung mit Halleiner Marmor und sächsischem Granit. Höhere Mieten sind in ganz Österreich kaum zu finden! Unglücklicherweise wird all dieser Luxus von der Lifestyle Properties geschickt genutzt, um ihre Kunden in die Irre zu führen.

Wie der „Ibiza-Gate Skandal“ die Agentur in die Öffentlichkeit gebracht hat

Bis 2019 war das Büro ausschließlich in eng begrenzten Kreisen bekannt. Die Hauptkunden von Lifestyle Properties waren die Mitglieder der politischen Partei FPÖ und deren Vertrauten.

Dank der Kontakte, die Irena Markovic durch Veranstaltungen einer Reihe von Partys „Scandalous“ gewonnen hat, gelang der Maklerin nicht nur nützliche Kontakte zu knüpfen, sondern auch private Beziehungen mit FPÖ Politikern aufzubauen. Eine davon mit dem Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Alles änderte sich 2019 durch den spektakulären politischen Skandal auf Ibiza. Irena Markovic erwies sich als eine der Schlüsselfiguren im Korruptionsfall um einen russischen Oligarchen und dessen Pseudo-Nichte.

Zu diesem Zeitpunkt nämlich geriet Markovic, und damit auch die Agentur Lifestyle Properties, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Presse und Öffentlichkeit.

Eine Affäre oder unprofessionelles Handeln?

Viele verbinden das Scheitern der Maklerin und ihres Unternehmens mit einem angeschlagenen Ruf im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Ibiza-Affäre.

Um den Sachverhalt vorurteilsfrei darzustellen, müssen drei Situationen der gut ausgebildeten Maklerin, im Zusammenhang der Geschäftsanbahnung mit Familie Gudenus auf Ibiza untersucht werden.

Die gesetzwidrigen, aufgenommenen Fotos des Kunden

In einem der Interviews bestätigt Irena Markovic, dass sie die Pseudo-Investorin Alena Makarowa heimlich mit ihrem Smartphone aufgenommen hat. Die Fotos wurden bei einem der vielen Geschäftstreffen zwischen Markovic und Makarowa aufgenommen.

„Ich wollte mich nur absichern. Wir hatten keinen Maklervertrag und ich befürchtete, dass ich letzten Endes leer ausgehen würde“, antwortet Markovic auf die Frage des Interviewers zu den von ihr gemachten Fotos.

Laut Irena Markovic hatte sie Angst, von der Russin getäuscht zu werden. Mit den Aufnahmen habe sie einen Beweis der Zusammenarbeit erstellen wollen.

Sollte ihr die Provision vorenthalten werden, wolle sie die Aufnahmen als „Schutz“ nutzen.

Darf aber ein Makler den Kunden ohne seine Zustimmung heimlich aufnehmen? Nach österreichischem Recht, nein. In diesem Fall muss festgestellt werden, dass Irena Markovic sich zumindest unprofessionell, und im schlimmsten Fall gesetzwidrig verhalten hat.

Wenn man glaubt, dass sie an der Affäre nicht beteiligt war, ist dann ein solcher Schutz moralisch und rechtlich zu rechtfertigen?

Darüber hinaus veröffentlichte Markovic nach Bekanntwerden der illegalen Fotos diese über befreundete Medien im Internet.

2, Der heimliche Vertrag mit der Ehefrau von Gudenus

Für Irena Markovic war das Ibiza-Geschäft äußerst profitabel. Die vorgeschobene Russin wollte 300 Mio.€ investieren, von denen Markovic eine Maklergebühr im sechsstelligen Bereich erhalten sollte.

Noch während dieser Treffen schloss die Maklerin hinter dem Rücken anderer Teilnehmer einen Vertrag mit Tayanna Gudenus, der Frau von Johann Gudenus, ab.

Wie aus den Worten von Tayanna Gudenus und Irina Markovic hervorgeht, waren die Frauen eng befreundet. Außerdem ist Tayanna, wie Irena serbischer Herkunft. Tayanna versichert, dass Irina selber einen Vertrag vorgeschlagen hat, nach dem Tayanna beim Abschluss des Immobilen Geschäftes mit Alena Makarowa, 1/3 der Provision erhalten solle.

Die Politiker Gudenus und Strache wussten nichts von dieser Vereinbarung. Es bleibt die Frage:

Wozu dient ein solcher Vertrag und was haben eigentlich Tayanna und Irena mit Investitionen in eine Partei, in eine Zeitung und in verschiedene Produktionen zu tun?

Es kann nur eine logische Schlussfolgerung geben. Strache und Gudenus waren im Vorfeld nicht an Treffen mit dem Detektiv und der Scheininvestorin, Alena Makarowa, interessiert.

Aus diesem Grund versuchte Irena Markovic, die Ehefrau von Gudenus finanziell zu motivieren, um den Geschäftsabschluss zu beschleunigen.

Die Motivation der Maklerin bleibt noch ein Rätsel.

Wollte Sie als Drahtzieherin des Ibiza Skandals ihren Anteil am Geschäft möglichst schnell in Sicherheit bringen?

Oder wollte sich die ehemalige Liebhaberin von Strache an dem Politiker mit einer undurchsichtigen und fingierten Geschichte rächen?

Wenn aber Markovic die Wahrheit sagt und sie tatsächlich nichts von den wahren Absichten des Detektivs und der russischen Investorin wusste, bleibt nur ein Resümee übrig.

Markovic handelte zweifelllos unprofessionell und unfair, vielleicht sogar gesetzeswidrig um die Ehefrau von Gudenus zu einem schnellen Geschäftsabschluss zu motivieren.

3, Fahrlässige Überprüfung der Unterlagen

Die Dokumente der Investorin Alena Makarowa sind das i-Tüpfelchen.

Wie schon berichtet, erhielt die Familie Gudenus von Irena Markovic die Kopie des Ausweiseses sowie einen Bankkontoauszug der Nichte des russischen Oligarchen Makarow.

Bei einer Investition von 300 Millionen Euro muss auch eine Maklerin, außer Identität und Bonität weitere Informationen über den potenziellen Investor zusammentragen. Selbst unerfahrene Geschäftspartner hätten leicht Informationen über den Onkel von Alina Markowa,

Igor Marakow im Internet recherchieren können. Aus diesem Grund sollte die Verschwörungstheorie gegen Heinz Christian Strache nicht ignoriert werden.

Gefälschte Bewertungen und der Versuch das Rating der Agentur zu erhöhen

Nach dem Ibiza-Skandal wurde die Agentur Lifestyle Properties weithin im negativen Sinne bekannt. Das Google-Rating begann drastisch zu sinken, weil unzufriedene Kunden nicht zögerten, die „Professionalität“ des Unternehmens zu bewerten.

Als die Situation außer Kontrolle geriet, zögerte die Geschäftsführung nicht, positive Bewertungen zu kaufen. In einem Monat erschienen bei Google etwa 40 Bewertungen mit der Note „5“. Dabei wiederholten sich viele Bewertungen, und einige Autoren waren unter gleichem Namen angemeldet.

Abgesehen vom Betrug der gekauften Bewertungen, lassen auch die anderen Bewertungen viel zu wünschen übrig. Zum Beispiel beschwert sich einer der unzufriedenen Kunden über unseriöse Handlungen seitens der Agentur:

Die Agentur Lifestyle Properties durchlebt im Jahre 2021 nicht das erfolgreichste Geschäftsjahr. Und das nicht nur wegen des schlechter gewordenen Rufes, sondern vielmehr wegen des unprofessionellen Handelns der beteiligten Personen.

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